Dragon Quest-Schöpfer Yuji Horii teilt Gedanken über Game-Live-Streaming
Yuji Horii, der Schöpfer von Dragon Quest und eine Legende der Branche, hat seine Verwirrung über die wachsende Beliebtheit von Live-Streaming von Spielen zum Ausdruck gebracht. Er stellt infrage, ob dieser Trend tatsächlich dazu beiträgt, Spiele zu bewerben, oder ob er lediglich als Unterhaltungsform für Zuschauer dient. Laut Horii spiegelt der Aufstieg des Streamings das Auftreten eines neuen Spielertyps wider—gelegentliche Zuschauer, die es vorziehen, Gameplay zu beobachten, anstatt aktiv daran teilzunehmen.
Verändernde Spielerpräferenzen: Core- vs. Casual-Gamer
In einem Interview mit Famitsu, übersetzt von GamesRadar+, spricht Horii über die sich entwickelnden Geschmäcker der Spieler und die sich wandelnde Gaming-Landschaft. Er identifiziert eine klare Trennung im Publikum der Spieler:
- Core-Gamer: Spieler, die sich vollständig in ein Spiel vertiefen möchten, jedes Detail entdecken und absolute Meisterschaft erreichen wollen.
- Casual-Gamer: Spieler, die kürzere, weniger anspruchsvolle Erlebnisse bevorzugen und eher dazu neigen, Spiele schnell abzuschließen oder einfach anderen beim Spielen zuzuschauen.
"Was die eher gelegentlichen Spieler angeht, so genießen immer mehr Menschen das Live-Streaming von Spielen", erklärt Horii. "Früher wurde es nicht als Unterhaltung angesehen, Leuten dabei zuzusehen, wie sie ständig Spiele spielen. Obwohl ich sagen muss, dass ich früher meinen Freunden über die Schulter geschaut habe, wie sie spielten. Aber jetzt ist Live-Streaming wirklich populär geworden."
Live-Streaming: Ein rätselhaftes Phänomen
Im Nachdenken über diesen Trend gibt Horii zu, dass er Schwierigkeiten hat, die Attraktivität des Zusehens anderen beim Spielen gegenüber dem eigenen Spielen nachzuvollziehen. Selbst mit Streamern, die unterhaltsame Kommentare abgeben, findet er das Konzept ungewohnt. "Früher war es undenkbar, dass der Spieler der Lustige ist und Fans anzieht, anstatt das Spiel", bemerkt Horii und zeigt eine nostalgische Perspektive darauf, wie sich die Gaming-Kultur entwickelt hat.
Die Marketing-Debatte: Hilft Live-Streaming den Entwicklern?
Obwohl Live-Streaming zweifellos das potenzielle Publikum für Videospiele erweitert, bleibt Horii unsicher über dessen Wirksamkeit als Marketingstrategie. Er merkt an: "Es ist wirklich interessant zu sehen, wie Menschen die Spiele spielen, die man gemacht hat. Aber ich weiß nicht, ob es als Marketingwerkzeug funktioniert. Manche Leute sind zufrieden, nur den Live-Stream zu sehen, und andere möchten nach dem Ansehen spielen. Ich bin mir wirklich noch nicht sicher."
Eine breitere Perspektive der Branche
Diese Meinung wurde von anderen in der Gaming-Branche geteilt. Anfang dieses Jahres kommentierte Naoki Hamaguchi, der Regisseur von Final Fantasy 7 Remake, den transformativen Einfluss von Streamern. Er betonte die Bedeutung, Spiele zu entwerfen, die Spieler aktiv spielen möchten, anstatt sie passiv zu beobachten.
Rückblick: Der Fall von Dragon Quest 9
Horii reflektierte auch über die Geschichte von Dragon Quest 9, das seit 17 Jahren auf den Nintendo DS beschränkt ist. Er gab zu, sich "ein wenig entmutigt" gefühlt zu haben, als er erfuhr, dass Fans nie ein starkes Verlangen danach äußerten, das Spiel erneut zu besuchen oder neu aufzulegen. Dies zeigt die Herausforderungen, vor denen Entwickler stehen, wenn es darum geht, die Erwartungen des Publikums in einer sich ständig verändernden Gaming-Landschaft zu verstehen und sich anzupassen.
