Windows 11
Inhalt
Windows 11 führt individuelle Datenschutzkontrollen für Desktop-Apps ein
Frühere Datenschutzkontrollen für Desktop-Apps
Änderungen in der experimentellen Version
Wie die neuen Datenschutzkontrollen funktionieren
Verbesserte Berechtigungsdialoge
Aktuelle Einschränkungen und experimenteller Status
Ansprechen von Datenschutzbedenken
Auswirkungen für Benutzer
Windows 11 führt erweiterte Datenschutz-Tools ein, um Apps daran zu hindern, ohne Zustimmung auf Ihre Kamera und Ihr Mikrofon zuzugreifen
Zeit: Aug, 19, 2026

Windows 11 führt individuelle Datenschutzeinstellungen für Desktop-Apps ein

Windows 11 bietet nun individuelle Datenschutzeinstellungen für Desktop-Apps. In der neuesten Experimentalversion können Benutzer zu Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit navigieren und Anwendungen wie Chrome und Steam individuell den Zugriff auf Mikrofon, Kamera und Standort erlauben oder verweigern. Dieses Maß an detaillierter Kontrolle war zuvor für traditionelle Win32-Software nicht verfügbar.

Frühere Datenschutzeinstellungen für Desktop-Apps

Historisch gesehen behandelte Windows Desktop-Apps anders als MS Store-Apps. Store-Apps hatten immer individuelle Schalter für Berechtigungen, während Desktop-Apps kollektiv über einen einzigen Schalter mit der Bezeichnung „Desktop-Apps den Zugriff auf Ihre Kamera/Mikrofon erlauben“ gesteuert wurden, der universell für alle Desktop-Apps galt.

Diese Einschränkung machte es unmöglich, bestimmten Desktop-Apps spezifische Berechtigungen zu erteilen, während andere eingeschränkt wurden. Zum Beispiel konnten Benutzer Discord nicht den Zugriff auf das Mikrofon erlauben, während sie Chrome den Zugriff verweigerten.

Änderungen in der Experimentalversion

Auf einem Test-PC mit der Experimental Insider Build 26340.9212 wurde das neue Verhalten für Kamera-, Mikrofon- und Standortberechtigungen bestätigt. Das Update führt individuelle Schalter für Desktop-Apps ein, die den bestehenden Steuerelementen für Store-Apps entsprechen.

Wie die neuen Datenschutzeinstellungen funktionieren

Vor dem Update wurden Desktop-Apps wie Brave und Edge unter einem einzigen Schalter gruppiert, der keine Möglichkeit bot, ihre Berechtigungen individuell zu verwalten:

Vor dem Update war der Mikrofonzugriff ein universeller Schalter

Nach dem Update wurde der gemeinsame Schalter ersetzt. Desktop-Apps erscheinen nun als separate Einträge oben in derselben Liste, die für Store-Apps verwendet wird, jeweils mit eigenem Schalter:

Individuelle Schalter für Desktop-Apps für den Zugriff auf das Mikrofon

Die gleichen Änderungen gelten für den Kamerazugriff. Desktop-Apps wie Edge erscheinen nun individuell im Abschnitt „Apps den Zugriff auf Ihre Kamera erlauben“, zusammen mit Apps wie Kamera, Teams und Xbox:

Datenschutzeinstellungen für Kamerazugriff unterstützen jetzt auch Desktop-Apps

Auch die Standortzugriffseinstellungen wurden aktualisiert. Bei Tests erschienen Apps wie Edge und Brave individuell neben Wetter, MS 365 Copilot und Teams:

Standort kann jetzt auch individuell für Desktop-Apps wie Edge und Brave ein- oder ausgeschaltet werden.

Verbesserte Berechtigungsdialoge

Eine weitere wichtige Änderung ist die Einführung eines zentralen Systemdialogs, wenn eine Desktop-App erstmals versucht, auf Mikrofon oder Kamera zuzugreifen. Dieser Dialog fordert den Benutzer auf, den Zugriff zu erlauben oder zu verweigern, eine Funktion, die zuvor für Win32-Apps nicht verfügbar war:

Der neue zentrale Berechtigungsdialog, der den Zugriff auf das Mikrofon für eine Desktop-App anfordert.

Aktuelle Einschränkungen und experimenteller Status

Es ist wichtig zu beachten, dass sich diese Änderungen noch in der Testphase im Rahmen der Build 26340.9212 befinden, die am 17. August 2026 über den Experimentalkanal veröffentlicht wurde. MS hat diese Updates noch nicht offiziell dokumentiert, und die Einführung ist inkonsistent, wobei einige Insider-Benutzer die Änderungen melden, ohne Feature-Flags aktivieren zu müssen, während andere die Win32SignatureIdentity-Feature-Flag (60730253) manuell aktivieren mussten.

Da die Funktion experimentell ist, warnt MS, dass sie vor einer öffentlichen Freigabe geändert oder vollständig entfernt werden könnte. Nicht alle Insider in dieser Build haben Zugriff auf das Update, und die Verfügbarkeit bleibt begrenzt.

Angehen von Datenschutzbedenken

Dieses Update bringt das Verhalten von Desktop-Apps näher an MS Store-Apps heran und geht auf langjährige Datenschutzbedenken bezüglich des Mangels an detaillierten Steuerelementen für traditionelle Win32-Software ein. Obwohl diese Funktionen noch nicht finalisiert sind, stellen sie einen bedeutenden Schritt dar, um Datenschutzlücken zwischen traditioneller Desktop-Software und Store-Apps zu schließen.

Interessanterweise kommen diese Änderungen kurz nach der Überprüfung von MSs Datenerfassungspraktiken, einschließlich des GDID-Tracking-Systems, das Bedenken der Benutzer hinsichtlich Datenschutz und Transparenz hervorgehoben hat.

Auswirkungen für Benutzer

Mit diesem Update müssen Benutzer nicht mehr zwischen dem Gewähren des Mikrofonzugriffs für alle Desktop-Apps oder für keine wählen. Diese detaillierte Kontrolle sorgt für eine datenschutzfreundlichere Umgebung für Windows-Benutzer:

Regulärer PC hat nur einen Schalter

Windows-Forscher Rafael Rivera stellte fest, dass Desktop-Apps seit Windows 10 Version 1903 unter gemeinsamen Schaltern aufgeführt wurden, die Möglichkeit, jede App individuell umzuschalten, jedoch eine neue und willkommene Ergänzung ist. Es bestehen jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Speicherung von Berechtigungsprüfungen im aktuellen Benutzerregistrierungshive und der Unterscheidung zwischen signierten und unsignierten Apps.

Fazit

Obwohl sich diese Funktion noch in der experimentellen Phase befindet, stellt sie eine bedeutende Verbesserung der Verwaltung von App-Berechtigungen in Windows dar. Wenn sie vollständig implementiert wird, gibt sie Benutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre und bringt Desktop-Apps näher an die Standards von MS Store-Apps heran.

Bleiben Sie dran für weitere Updates, während MS diese Funktion verfeinert und entscheidet, ob sie in einer zukünftigen Windows 11-Version für alle Benutzer eingeführt wird.

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