Herausforderungen bei einem neuen Dragon Age-Spiel
Ein neues Dragon Age-Spiel würde laut Mark Darrah, dem ehemaligen Produzenten der Serie und langjährigem BioWare-Veteranen, erheblichen Herausforderungen gegenüberstehen. Trotz des historischen Erfolgs der Franchise haben jüngste Entwicklungen Zweifel an ihrer Zukunft geweckt.
Die Probleme der Dragon Age-Serie
BioWares epische Fantasy-Reihe hat in den letzten Jahren eine turbulente Reise durchlebt. Dies ist besonders überraschend, wenn man den kritischen und kommerziellen Erfolg von Dragon Age: Inquisition bedenkt. Allerdings führten die zehnjährige Pause zwischen den Spielen sowie mehrere interne Neustarts letztlich zur Veröffentlichung von Dragon Age: The Veilguard im Jahr 2024, das nur mäßige Verkaufszahlen und eine lauwarme Aufnahme erzielte.
EAs komplizierte Beziehung zur Spieleentwicklung
In einem Gespräch mit FRVR deutete Darrah an, dass die Probleme rund um Dragon Age: The Veilguard und die allgemeinen Schwierigkeiten der Serie von EAs komplexem Ansatz zur Veröffentlichung von Spielen herrühren könnten. Er erzählte eine Anekdote: "Jemand hat mir EA einmal als einen Hedgefonds beschrieben, der ein Videospiel-Hobby hat, von dem er sich wünschte, er würde nicht so viel Geld dafür ausgeben, und ich denke, das stimmt immer noch."
Darrah, der über 20 Jahre bei BioWare tätig war, äußerte Zweifel an einer baldigen Veränderung dieser Situation. "Ich habe keine Ahnung, wer bei EA so etwas pitchen könnte oder würde," sagte er und bezog sich auf EAs umfangreiche Liste inaktiver geistiger Eigentumsrechte. "Man könnte Dragon Age vielleicht in einer feuchten Zelle neben Titanfall und Mirror's Edge finden."
Interner Widerstand und strukturelle Herausforderungen
Darrah nannte mehrere Gründe, warum ein neues Dragon Age unüberwindbare Hindernisse haben könnte. Er stellte infrage, wer bei BioWare die Initiative ergreifen würde, das Projekt zu pitchen, und wies auf möglichen internen Widerstand hin. "Die andere Möglichkeit ist, dass jemand anderes innerhalb der EA-Organisation entscheidet, dass er ein Dragon Age pitchen wird," erklärte er. "Was ich erwarte, was passieren würde, ist, dass jemand bei BioWare im Grunde einer dieser Leute wird, die unter den Lüftungen herspringen, um diese Person auseinanderzunehmen. Ich vermute, das würde aus verschiedenen Gründen nicht passieren."
Auswirkungen von Entlassungen und begrenzten Ressourcen
BioWare wurde in den letzten Jahren von massiven Entlassungen bei EA hart getroffen, was die Fähigkeit des Studios, große Projekte in Angriff zu nehmen, erheblich beeinträchtigt hat. Da die Ressourcen bereits durch die Entwicklung des nächsten Mass Effect-Spiels stark ausgelastet sind, scheint die gleichzeitige Produktion eines weiteren Dragon Age-Titels höchst unwahrscheinlich.
Unsicherheit durch EAs möglichen Aufkauf
Eine weitere Komplexität ergibt sich aus dem bevorstehenden vorgeschlagenen Aufkauf von EA durch eine Gruppe von Investmentfirmen unter der Führung des Saudi-Arabischen Public Investment Fund. Darrah stellte infrage, ob die neuen Eigentümer überhaupt Interesse an BioWare oder der Dragon Age-Serie hätten. "Ich könnte sowohl dafür als auch dagegen argumentieren… will man BioWare in dieser Welt überhaupt?" überlegte er.
Engagement der Dragon Age-Fans
Trotz der ungewissen Zukunft der Serie bleiben die Fans von Dragon Age leidenschaftlich und engagiert. Wie Darrah anmerkte: "Es ist ein wirklich packender Ort, an dem man zurückgelassen wird." Anstatt aufzugeben, erweitern die Fans weiterhin das RPG-Universum durch ihr Engagement und ihre Kreativität.